„Aufregender Dualismus aus Vertrieb und Lektorat“: Praktikantin berichtet

Im Sommer 2025 verstärkte Thea Ferber, studierte Germanistin von der Universität Leipzig, unser Vertriebs- und Marketingteam sowie das Henschel Lektorat. Nach ihrem Praktikum beendete sie ihr Masterstudium und unterstützt das Team der E. A. Seemann Henschel Verlagsgruppe nun als Volontärin im Projektmanagement.

In diesem Interview berichtet Thea uns von ihrer Zeit als Praktikantin, welche Aufgaben ihr am meisten Spaß gemacht haben und warum sie nach Beendigung ihres Studiums die Verlagsarbeit fortsetzen wollte.

Was waren deine Aufgaben bei Seemann Henschel?

Mein Arbeitsbereich war ein aufregender Dualismus aus Vertrieb und Lektorat – mit viel kreativem Denken und genauem Arbeiten. Im Vertrieb durfte ich beispielsweise potenzielle Neukund:innen recherchieren, Werbemailings verfassen und versenden. Mein Kopfsprung ins Lektorat hatte zur Folge, dass ich tief in Manuskripte eingetaucht bin. Besonders gefallen hat mir dabei, dass mir viele verschiedene Arbeitsschritte anvertraut wurden: Ich durfte Texte korrigieren, kollationieren und lektorieren, aber auch Gutachten zu Manuskripten verfassen.

Was war deine Lieblingsaufgabe im Praktikum?

Mein absolutes Highlight war die Arbeit an der erweiterten Nachauflage von „Mission Musik!“. Das neue Kapitel, in dem Julia Spinola wieder genau die (Nach-)Fragen stellt, die man beim Lesen im Kopf hat, rundet die ohnehin schon eindringliche Rückschau auf das Leben Herbert Blomstedts ganz wunderbar ab. Hier durfte ich bei der Registerarbeit und der Umbruchkontrolle tätig werden. Bei dieser Arbeit haben sich nebenbei auch zahlreiche Ohrwürmer in meine Gehörgänge geschlichen – seitdem sind Mahler und Bruckner fester Bestandteil meiner Playlists.

Auch die Umbruchkontrolle von „Das Internet“ war ein Vergnügen, denn mit viel Witz wird hier von Larissa Suzuki ein komplexes Thema kindgerecht erklärt. Viele Fakten waren auch für mich neu, diese werde ich geschickt in den Smalltalk auf der nächsten Party einbringen. Nicht zu vergessen sind zudem die skurrilen Illustrationen von Harriet Russell, die einfach Spaß machen.

Erzähl doch mal von einem Buch, an dem du mitgearbeitet hast.

Neben der Biografie habe ich vor allem beim Lektorat des Sammelbands „Intimitätskoordination“, welcher von Saskia Oidtmann herausgegeben wird, mitgearbeitet, der es wirklich in sich hat. Er behandelt auf der Metaebene, fokussiert auf die Film- und Theaterbranche, ein Thema, welches meiner Meinung nach längst gesamtgesellschaftlich diskutiert werden sollte: Einvernehmlichkeit. Die Beiträge versammeln viele starke Stimmen, wodurch neue Perspektiven auf die junge Profession der Intimitätskoordination eröffnet werden und es wird darüber hinaus immer wieder deutlich, dass vor allem auch Sprache Verantwortung trägt. Es war mir eine große Freude, den Prozess der Entstehung partiell begleiten zu dürfen.

Welches Buch aus unserem Programm gefällt dir am besten und warum?

Mir gefällt das Kindersachbuch „Wir feiern! Ein Jahr, viele bunte Feste“ von Claire Grace und Christopher Corr sehr. Es bietet nicht nur einen bereichernden Überblick über fantastische Anlässe, „die Kuh fliegen zu lassen“, sondern besticht auch durch seine leuchtenden Illustrationen, die einfach gute Laune machen. Und indem das Buch die Vielfalt feiert, veranschaulicht es zugleich, wie verbindend Feste und Rituale weltweit sein können.

Was nimmst du für dich aus dem Praktikum mit?

Ich nehme eine ganze Menge mit – fachlich und menschlich! Ich durfte viel lernen, selbstständig arbeiten und konnte auch meine Stärken einbringen sowie ausbauen. Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, welches mit entgegengebracht wurde und werde das Team wirklich vermissen.

Könntest du dir vorstellen, nach dem Studium in einem Verlag zu arbeiten?

Absolut! Während meines Praktikums durfte ich erleben, wie spaßig, aufregend und aufreibend die Genese eines Buches ist. Die Trias aus Sprache, Inhalt und Gestaltung begeistert mich einfach. Ferner ist auch ganz gewiss, dass die basale Lesefähigkeit in Zeiten von KI und Digitalisierung noch relevanter wird. Bücher werden ihre Schlüsselrolle beim Erwerb dieser Fähigkeit behalten und bestärken nebenbei das (kritische) Denk- und Einfühlungsvermögen – sie tragen zu unserer Mündigkeit bei, was unglaublich wichtig ist und sein wird. In einem Verlag zu arbeiten bedeutet, diesen Prozess mitgestalten zu dürfen –genau das möchte ich!

 

Derzeit sind wir wieder auf der Suche nach engagierten, kunst- und kulturbegeisterten Menschen, die Lust auf abwechslungsreiche Aufgaben rund um das Büchermachen haben. Du möchest auch Verlagsluft bei Seemann Henschel schnuppern? Hier geht es zu unseren aktuellen Ausschreibungen. Wir freuen uns auf deine Bewerbung!