Ruth Millington: Kunst als menschliche Erfahrung im Digitalzeitalter
Im Buch „Dieses Buch zeigt dir, wie’s geht : Kunst. Lass dich von 25 Künstlerinnen und Künstlern inspirieren“ stellt Autorin Ruth Millington 25 Künstler:innen vor und zeigt euch, wie man ganz einfach selbst künstlerisch aktiv werden kann.
Ruth Millington ist Kunsthistorikerin, Kuratorin, Kunstberaterin und Moderatorin mit über 15 Jahren Erfahrung in der Kulturbranche. Sie absolvierte ihr Masterstudium an der Universität Oxford im Fach Kunstgeschichte und spezialisierte sich während ihres Studiums auf moderne und zeitgenössische Kunst. Seitdem hat sie mit mehreren führenden Museen und Galerien zusammengearbeitet, schrieb Artikel für The Telegraph und TIME und klärte im Fernsehen und im Radio über Kunst auf.
In diesem Beitrag erzählt sie uns, wie sie ihre Liebe zur Kunst entdeckt hat und warum künstlerische Bildung wichtig für Kinder ist.
Möchtest du dich kurz vorstellen?
Mein Name ist Ruth Millington. Ich bin freiberufliche Kunsthistorikerin, Kuratorin, Moderatorin und Autorin mit Schwerpunkt auf moderner und zeitgenössischer Kunst. Meine Arbeit führt mich von Großbritannien, wo ich lebe, nach New York City und zuletzt sogar nach Aserbaidschan!
Wann und wie hast du deine Liebe zur Kunst entdeckt?
Ich kann mich nicht daran erinnern, Kunst jemals nicht geliebt zu haben! Als Kind habe ich zu Hause ständig etwas gebastelt und als Teenager hatte ich das Glück, in der Schule einen äußerst inspirierenden Kunstlehrer zu haben, der mir eine ganze Welt voller Künstler und ihrer Geschichten nähergebracht hat.
Was begeistert dich besonders an Kunst?
Im Gegensatz zu anderen Fächern geht es in der Kunst nicht um Richtig und Falsch oder um reine Fakten. Sie kann Welten voller Möglichkeiten, Gefühle, Ideen und Fantasien eröffnen. Die Betrachtung eines großartigen Kunstwerks ist eine menschliche Erfahrung, die im Zeitalter von KI, Bildschirmen und digitalem Leben wichtiger denn je ist. Die Kunst ist wie ein Portal und ich würde jeden ermutigen, hindurchzureisen…
This Book Will Make You An Artist ist dein erstes Kinderbuch. Wie ist es dazu gekommen? Warum wolltest du ein Buch für Kinder schreiben?
Ich habe meine berufliche Laufbahn in der Museumspädagogik begonnen und habe es immer geliebt, die Reaktionen der Kinder auf berühmte (und weniger bekannte) Kunstwerke der Estorick Collection zu beobachten – von Porträts bis hin zu Landschaften. Ich bin der Überzeugung, dass alle Kinder Zugang zu einer hochwertigen Kunstbildung verdienen, sowohl zum praktischen Schaffen von Kunst als auch zu ihrer Geschichte, die allzu oft als Domäne der Elite angesehen wird, was jedoch nicht so sein sollte. Außerdem denke ich, dass Kunst mehr Freude bereitet, wenn man ihre Hintergründe kennt – zum Beispiel, dass Van Gogh Sonnenblumen und den Sternenhimmel malte, um sich „lebendig zu fühlen“ und seine psychischen Probleme zu lindern. Ich hoffe, dass mein Buch Kunst und ihre Geschichte in das Zuhause vieler Kinder bringt, die dadurch erkennen werden, dass ein Künstler von überall her kommen kann.
Nach welchen Kriterien hast du die Künstler:innen für das Buch ausgewählt?
Es war entscheidend, dass dieses Buch sowohl bekannte Namen wie Leonardo da Vinci und Picasso als auch weniger bekannte Künstlerinnen wie Janet Sobel enthält. Außerdem wollte ich sicherstellen, dass das Buch zu 50 % aus Künstlerinnen besteht und verschiedene Kulturen repräsentiert, beispielsweise durch Esther Mahlangu und Yayoi Kusama. Über diese Kriterien hinaus mussten die ausgewählten Künstler mit einer Vielzahl von Medien arbeiten, damit die begleitenden Aktivitäten sehr unterschiedlich gestaltet werden konnten.
Wie bist du auf die Ideen für die Mitmach-Aktionen gekommen?
Ich habe es geliebt, mit den verschiedenen Stilen, Techniken, Materialien und Werkzeugen der 25 Künstler zu experimentieren, um spaßige, leicht nachzumachende und kreative Aktivitäten zu entwickeln. Da ich bei meinen täglichen Projekten mit vielen Künstlern zusammenarbeite, habe ich zwar gelegentlich einige von ihnen um Vorschläge gebeten, aber hauptsächlich habe ich zu Hause mit Schere, Kleber, Papier und Farben herumprobiert.
Was war deine größte Herausforderung bei der Arbeit am Buch?
Bildrechte! Die Einholung der Genehmigungen zur Reproduktion von Kunstwerken ist eine Aufgabe für sich und ich bin dem Team von Nosy Crow sehr dankbar, dass es mich dabei unterstützt hat – zumal wir in letzter Minute noch einige Änderungen vornehmen mussten!
Während deines Studiums hast du dich auf Moderne und Zeitgenössische Kunst spezialisiert. Was reizt dich an diesen Kunstepochen?
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert gewannen Künstler deutlich mehr Freiheit bei der Gestaltung ihrer Kunstwerke. Anstatt sich an akademische Konventionen oder Auftragsarbeiten zu halten, nutzten sie die Kunst als Raum, um ihre ganz eigene, subjektive Sicht auf die Welt zum Ausdruck zu bringen. In dieser Zeit entstanden der Impressionismus, der Postimpressionismus, der Fauvismus und der Surrealismus – einige meiner liebsten und farbenprächtigsten Stilrichtungen!
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