Mit ihrem neuesten Buch „Wo wir zu Hause sind. Unser Leben in Baumhaus, Schloss und Iglu“ hat sich Signe Torp nicht nur in unsere Herzen gezeichnet und geschrieben, sondern sie bringt auch viele Kinderaugen zum Strahlen. Signe fasziniert uns mit ihren detailreichen Illustrationen und Collagen und bietet uns in verschiedene Wohnformen auf der Erde Einblick. Klein und Groß lernen viel über das Zusammenleben auf der Welt, beispielsweise, wie es sich während eines Monsuns in Kambodscha lebt. Wir haben Signe Torp einige Fragen zu ihrer Arbeit gestellt.

Möchtest du dich kurz vorstellen?

Hallo! Ich bin Signe, eine norwegische Illustratorin und Bilderbuchautorin aus Oslo. Ich glaube, dass sieht man mir auch an, ich bin sehr groß und laufe immer mit einem Skizzenbuch herum und suche in meiner Nachbarschaft nach interessanten Häusern und Menschen zum Zeichnen. In meinem Wohnhaus finden sich viele kleine Details, die gut zum Zeichnen sind, sodass ich dafür nicht weit gehen muss. Mein neuestes Buch ‚Make Yourself at Home‘ ist mein erstes internationales Buch und das erste, das ins Deutsche übersetzt wird. Ich bin sehr gespannt darauf!

Beschreibe bitte deinen Stil (in drei Worten).

Das ist schwierig! Vielleicht: detailliert, verträumt und hergestellt aus vielen verschiedenen Materialien.

Auf welche Themenbereiche hast du dich mit deinen Illustrationen spezialisiert?

Ich habe meinen Master in Kinderbuchillustration gemacht. Dabei wurden wir ermutigt, so ziemlich alles zu zeichnen. Zusätzlich hatte ich schon immer eine starke Faszination für Gebäude, vor allem für alte Gebäude. Ich vermute, wenn ich eine Spezialisierung habe, wird es wohl diese sein. In Cambridge, meiner Universitätsstadt, gibt es viele alte, wirklich alte Universitätsgebäude und charmante alte Kneipen. Diese wollte ich zeichnen während ich dort war, so viele wie nur möglich.

Welche Besonderheiten gibt es bei der Gestaltung eines Kinderbuches?

Es sollte natürlich zu der Altersgruppe passen, für die es gemacht ist. Meiner Erfahrung nach können die Verlage zu diesem Thema gut und beratend zur Seite stehen. Thames & Hudson, mit denen ich dieses Buch zusammen entwickelt habe, rieten mir zum Beispiel dringend, kräftigere und mutigere Farben zu verwenden als meine natürliche Palette hergibt. Es war wichtig, die kleinen Leserinnen und Lesern bei der Auswahl der Häuser und der Aussagen nicht aus den Augen zu verlieren.

Hast du bei der Entstehung des Buches Überraschungen erlebt?

Ja! Bei der Recherche haben mich die Menschen an sich und die Welt in der sie leben überrascht! All diese unterschiedlichen und unglaublichen Möglichkeiten, ein sicheres Zuhause zu bauen, die sich so gut entwickelt haben, um mit dem Klima und den verfügbaren natürlichen Ressourcen auf so kreative und geschickte Weise zusammenzupassen! Ich wünschte, ich hätte reisen können, um sie alle zu sehen.

Hast du bestimmte Wohnformen aus „Wo wir zu Hause sind“ selbst schon einmal besucht, z.B. die Burg Eltz in Deutschland oder einen Wolkenkratzer?

Da mich Gebäude so interessieren, ist es mir wichtig, auf meinen Reisen so viele wie möglich zu sehen. Als ich in Cambridge lebte, sah ich mir gern die Kanalboote auf dem Fluss an. Dieselben sind auch in London zu finden, welche mich auch für das Buch inspiriert haben. Wie unterschiedlich die Boote sind und wie viel Persönlichkeit auf engsten Raum gezeigt werden kann, fasziniert mich. Als ich für dieses Buch recherchierte, kam ich mit Burg Eltz in Kontakt. Die Menschen dort waren sehr hilfsbereit und teilten viele Informationen mit mir, sie luden mich auch zum Zeichnen ein. Leider hatte ich keine Zeit, weil ich mit dem Buch zu sehr beschäftigt war. Das wäre wirklich der Traum gewesen! Ich hoffe aber, dass so etwas in Zukunft klappen wird!

Gern würde ich einmal zum Pazifik reisen oder versuchen, in einem Baumhaus zu leben. Aber zum jetzigen Zeitpunkt denke ich, dass wir alle mehr mit Büchern als durch die Welt reisen sollten.

Nach welchen Kriterien hast du die verschiedenen zu Hause ausgewählt?

Die Hauptsache war, dass zunächst Thames & Hudson und mir die Auswahl der Gebäude gefiel. Ich wollte sie auf eine Art und Weise gestalten, dass auch Kinder davon fasziniert sind. Die „zu Hause“ sollten gut visualisierbar sein. Einige Häuser sind nämlich technisch beeindruckend, sehen allerdings nicht unbedingt interessant aus. Wir suchten nach Häusern, die zum einen toll aussehen, zum anderen etwas Repräsentatives über die Menschen aussagen, die in ihnen leben. Zudem wollten wir eine große Vielfalt an Häusern haben, sie sollten aus unterschiedlichen Teilen der Welt kommen, und so ergaben sich viele Dinge, die passen mussten, damit ein Haus ausgewählt werden konnte. Leider schafften es viele faszinierende Häuser nicht in das endgültige Buch!

Als ich klein war, träumte ich immer davon, auf einem Baum oder in einem Boot zu leben oder mein eigenes Schneehöhlenhaus zu bauen. Ich glaube, ich wäre damals an dem Buch interessiert gewesen, oder hoffe es jedenfalls sehr.

Bildnachweis: Alle Illustrationen und Fotos stammen von Signe Torp. Instagram: @signeit

English Version of the interview with the illustrator Signe Torp